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CONTENT MARKETING

Gibt es ein Rezept für erfolgreiches Content Marketing?

Paul Schütz, Founder & Managing Partner, Hamburg

28. Februar 2018

Wenn man bei Google „successful content marketing“ eingibt, kommen in 0,43 Sekunden über 10.400.000 Treffer. Amazon verkauft mehr als 4000 Produkte unter dem Schlagwort „content marketing“. Das ist eine ganze Menge Lesestoff.

Ich habe allein in den letzten zwei Jahren sicherlich mehr als 1000 Stunden mit dem Lesen von diesen Inhalten verbracht. Immer auf der Suche nach der Antwort, was Content erfolgreich macht. Es ist wie mit allen Dingen: Diese eine absolute Wahrheit gibt es nicht.

Guter Content ist ein Prozess, ein langfristiges Experiment mit unzählig vielen Variablen. Mit sehr vielen Theorien und noch mehr Thesen.

Mein Professor an der Universität sagte einmal:

Wir forschen nicht, um Antworten zu finden. Wir forschen, um bessere Fragen zu stellen.

Gibt es also in der großen, weiten Welt des digitalen Marketings tatsächlich keine definitiven Antworten? Stellen wir immer nur spezifischere Fragen? Damit will ich mich nicht abfinden.

Wenn ich mir die schier unendliche Liste an Geheimtipps, Tutorials und Hacks für Content Marketing anschaue, muss ich immer an ein bestimmtes Sprichwort denken: Zu viele Köche verderben den Brei.

Und um diese Metapher weiterzuspinnen: Ein gutes Rezept braucht nicht viele Zutaten. Das gilt auch für guten Content. Deswegen:

Erfolgreiches Content Marketing hat nur zwei Zutaten:

Aufmerksamkeit und Ego

Im Marketing (und wenn wir ehrlich sind im ganzen Leben) geht es immer zuallererst um Aufmerksamkeit. Egal was wir erreichen wollen, wen wir überzeugen wollen – davor ist es immer unsere Aufgabe, die Aufmerksamkeit unseres Gegenübers auf uns zu richten. Erst dann kann die Geschichte losgehen.

In einem persönlichen Kontext ist Aufmerksamkeit einfach. Es gehört zu unserem sozialen Gefüge, dass wir versuchen, unserem Gegenüber Aufmerksamkeit zu schenken.
Digital ist das ganz anders. Die Flut an Informationen und Ablenkungen macht es zu einer Herausforderung, einer Sache seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Man scrollt durch Instagram, im Hintergrund läuft ein Podcast, man bekommt eine Notification von Twitter und dann wird man auch noch bei WhatsApp angeschrieben. Ihr kennt das Spiel.

Die Frage lautet: Wenn es bereits als Person im digitalen Alltag schwierig ist, die Aufmerksamkeit seiner Freunde zu bekommen, wie schafft man es als Marke oder Produkt?

Zwei Worte: Aufmerksamkeit und Ego.

Wo ist die digitale Aufmerksamkeit?

Aufmerksamkeit ist immer dort, wo Interaktion zwischen Menschen stattfindet – die digitale Version eines Gesprächs. Und Menschen zieht es digital immer dorthin, wo ihre Freunde sind. In Deutschland ist es aktuell für die älteren Semester Facebook, die Jungen „treffen“ sich bei Snapchat und Musical.ly und die Twenty-Somethings favorisieren Instagram. Das mal als vereinfachte Grundrichtung.

Genau hier bündelt sich digitale Aufmerksamkeit. Für Brands heißt das: Hier startet ihr eure Konversation. Hier sagt ihr Hallo. Das heißt NICHT: auf Biegen und Brechen verkaufen. Hier BEGINNT euer Sales-Funnel – es ist der erste Schritt.

Und wenn ihr mit eurem Content inspirierend und hilfreich seid, dann habt ihr eine gute Chance, dass diese Aufmerksamkeit auf eure Website, eure Fanpage, euren Shop etc. überspringt. Und dort müsst ihr überzeugen. Überzeugen! Nicht verkaufen. An dieser Stelle verweise ich auf einen meiner letzten Blogbeiträge über diesen gravierenden Content Marketing Fehler.

Content-Konsumenten sind egoistisch.

Wenn wir uns im digitalen Raum bewegen, machen wir das meist alleine. Klar, wir kommunizieren mit anderen über Social Media und Messenger, aber unser Onlineverhalten ist doch eine sehr intime und private Handlung. Wir lesen Blogs, die unsere persönlichen Interessen decken. Wir schauen Videos, die unseren Humor bedienen. Wir liken Fotos, die unserem ästhetischen Wohlbefinden entsprechen.

Online sind wir ganz schön große Egoisten. Der Spruch „Google kennt mich besser als mein Partner“ kommt nicht von ungefähr. Im Internet frönen wir ungeniert unseren Interessen. Wir beschäftigen uns nur mit dem, was uns tatsächlich gefällt.

Das heißt nicht, dass wir im Anschluss das Gesehene unbedingt für uns behalten. Witzige Inhalte, kuriose Geschichten oder einfach aufschlussreiche Informationen geben wir an Freunde und Familie weiter. Wir teilen gerne.

Aber ob wir einen Link klicken, ein Video schauen oder einen Artikel von vorne bis hinten lesen, entscheidet alleine folgender Gedanke: Ist dieses Content Piece meine Zeit wert?

Was heißt das nun für Content Produzenten? Ganz einfach: Bedient die egoistischen Neigungen eurer Zielgruppe. Je genauer ihr eure Zielgruppe in Form von Personas ermittelt, desto effizienter könnt ihr Interessen und Wünsche ablesen. Und diese gilt es dann zu bedienen.

Ihr verkauft Schuhe und stellt fest, dass eure definierte Persona ihre Freizeit gerne in der Natur verbringt? Wie wäre es dann mit einem Guide zu einem perfekten Nachmittag im Wald mit Picknick und Co? Oder einem ausführlichen Artikel zu Ausflügen mit kleinem Budget? Bedient die Wünsche eurer Zielgruppe und stellt den Verkauf hinten an. Inspiriert eure potenziellen Kunden. Gebt ihnen etwas, wovon sie anderen online und offline berichten können.

Aufmerksamkeit und Ego – ein einfaches Content-Rezept. Das schmeckt. Noch Fragen?