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CONTENT MARKETING

Die Zukunft ist Voice? Warum Podcasts, Voice Search SEO und Google Home JETZT wichtig sind.

Paul Schütz, Founder & Managing Partner, Hamburg

14. März 2018

Marketers auf der ganzen Welt haben ein neues Lieblingsthema gefunden. Voice. Seien es Alexa Skills, Podcasts auf iTunes, Soundcloud und Spotify oder Google Home. Voice ist wortwörtlich in aller Munde. Höchste Zeit, sich die Sache näher anzuschauen.

Um die Sache ein wenig zu strukturieren, teile ich den heutigen Blog Post in zwei Teile. Zu Beginn gibt es ein paar Worte zu Podcasts und ihrer Bedeutung im Marketing Mix. Der zweite Teil beschäftigt sich anschließend mit Voice und meinem aktuellen Lieblingsspielzeug Google Home. Wer sich also nicht für Podcasts interessiert und auch nicht wissen will, warum diese Meinung vielleicht überdacht werden sollte, kann direkt ein Stück weiter nach unten scrollen und direkt zum Voice Search SEO Part übergehen.

Podcasts – Radio meets Hörbuch?

Ich muss zugeben, dass ich anfänglich kein großer Freund von Podcasts war. Vielleicht liegt es daran, dass ich audiovisuelle Dinge mehr schätze oder dass ich bereits als Kind zu ungeduldig für Hörbücher war. Als ich ungefähr im Jahr 2008 das erste Mal auf Podcasts aufmerksam wurde, war mein erster Gedanke: Ja, also Podcasts sind eine Mischung aus Radio und Hörbüchern, richtig? Es sollte sich sehr viel später herausstellen: Jein.

Doch erstmal ein kurzer Exkurs zu der Geschichte von Podcasting. Da die wenigsten Zeit bzw. Lust haben, den langen Podcast Wikipedia Artikel zu lesen, habe ich das für euch gemacht. Die wichtigsten Fakten zum Thema Podcasting sind:

  • Der Begriff Podcast stammt aus dem Jahr 2004 und wurde vom britischen IT-Guru Ben Hammersley eingeführt.
  • Das Konzept Podcasting wurde bereits 2000 vom amerikanischen Publizisten Tristan Louis vorgestellt.
  • Radiomoderator und MTV Produzent Adam Curry gilt als erster Produzent und Pionier des Audiobloggings.
  • Wie so oft: Hype-Wunderkind Apple führt 2005 Podcasts in iTunes ein. Das Thema Podcasting explodiert.

Fun Fact: Angela Merkel hat bereits seit 2006 einen wöchentlichen Video-Podcast (Vodcast) und ist damit die erste Regierungschefin weltweit, die dieses Medium nutzt. Von wegen Neuland. Die deutsche Politik als Digitalpionier. Dass ich diesen Satz mal in dieser Form mit ernster Mine schreiben würde, hätte ich mir auch nicht vorstellen können. Na gut. Ein kleines Schmunzeln bleibt.

Doch was im letzten Jahr in den USA und aktuell in Deutschland passiert, finde ich dennoch überraschend. Plötzlich kommt es aus allen Ecken.

„Du baust eine Brand auf? Schon mal an Podcasting gedacht?“

„Du machst dich selbst zur Marke? Wo ist dein Podcast?“

„Wir brauchen einen neuen Werbekanal. Podcasts, anyone?“

Warum explodiert der Podcast Markt aktuell? Ich erkläre es mir anhand von zwei Faktoren: Sehnsucht und Zeit.

Wir alle haben immer weniger Zeit und Muße uns mit etwas intensiv zu beschäftigen. Niemand installiert neue Apps, neue Social Media Networks klingen erst einmal immer nach Arbeit statt Vergnügen. Zusammen stimmen wir im kognitiven Chor an „dafür habe ich keinen Nerv“. Es ist bezeichnend, dass eine so triviale und alltägliche Beschäftigung wie Lesen mittlerweile als Hobby und Ruhepol zelebriert wird. „Ab und zu mit einem Buch auf dem Sofa entspannen, das ist wie Urlaub.“ Und genau dieses Ausklinken bedienen Podcasts.

Podcasts fordern nichts vom Zuhörer. Man kann sich zurücklehnen und lauschen. Ohne Druck, ohne Notifications, ohne schrille Features. Podcasts sind die Antwort der Digitalisierung auf ihr eigenes Problem. Wo alles immer schneller blinkt, leuchtet und sich aktualisiert, sind Podcasts der Inbegriff von digitaler Entschleunigung. Und das Großartige dabei: Man kann Podcasts in seiner begrenzten Zeit überall genießen. Beim Kochen, beim Putzen, im Bus auf dem Weg zur Arbeit.

Podcasts sind die Antwort der Digitalisierung auf ihr eigenes Problem.

Zusätzlich hat man auch noch das gute Gefühl, seine Zeit sinnvoll genutzt zu haben. Statt Taylor Swifts unbedeutenden Pop-Arien zu lauschen, habe ich heute etwas über Biotope in Südamerika gelernt. Auf der nächsten Party sind diese Themen als Gesprächsfundament für meinen Gegenüber vermutlich gleich uninteressant, aber immerhin fühle ich mich schlauer als vorher.

In den USA hören mittlerweile 98 Millionen Menschen regelmäßig Podcasts. „This American Life“ ist dabei mit 750.000 Downloads pro Woche die amtierende Nummer 1. In Deutschland lauschen gut 4 Millionen zu. Und weil „sex sells“ ist „Besser als Sex“ (ehemals „Sexvergnügen“) mit Ines Anioli und Leila Lowfire einer der erfolgreichsten Podcasts in Deutschland. Podcasts wachsen. Im aktuellen Boom werden es täglich mehr. Und das Angebot wird besser.

Gleichzeitig sind die Werbeplätze und Sponsorings aktuell noch sehr günstig. Obwohl viel Aufmerksamkeit auf Podcasts gerichtet wird, hat sich das Thema Werbung in Podcasts noch nicht etabliert. Ganz viele Podcast Betreiber haben sich noch keine großen Gedanken um potentielle Monetarisierungsoptionen gemacht. Deswegen heißt es jetzt schnell sein, bevor Werbung in Podcasts etabliert ist und die Preise konsequenterweise in die Höhe schnellen.

Voice Search SEO und Google Home

Mein aktuelles Lieblingsspielzeug steht seit einigen Monaten in meiner Küche. Nein, ich habe mir keinen Thermomix gekauft. Meine Küche ist jetzt „intelligent“, denn Google Home bzw. der Google Assistant ist jetzt auf Abruf da.

Das kleine Wunderkästchen versorgt mich mit Nachrichten, Erinnerungen, ist meine neue Eieruhr und spielt mir alles vor, was ich mir wünsche. Großartig.

Doch das Potenzial von Voice in Form von Google Home und Alexa lässt sich aktuell nur erahnen. Die meisten Funktionen sind aktuell tatsächlich nicht mehr als „nice to have“ und Spielerei.

Doch was, wenn in kurzer Zeit (ich glaube fest an einen großen Durchbruch innerhalb der nächsten 2-5 Jahre) eine richtige Unterhaltung zwischen mir und Google Home stattfinden kann? Wenn eine Google Action bzw. Alexa Skill von Chefkoch.de mir Schritt für Schritt ein Rezept erklären und auf Fragen und Probleme reagieren kann? Wenn Hornbach mir bei Renovierungsfragen zur Seite steht? Wenn man IKEA Anleitungen nicht länger entziffern muss, sondern erklärt bekommt und falsche Handgriffe erkannt und vermieden werden?

Dann ist der Zeitpunkt da, dass wir mit Marken eine Beziehung führen. Weil sie nicht nur ein Produkt, sondern eine Stimme sind. Ich kann es kaum erwarten. Und ich hoffe, dass es Marketingverantwortlichen in Unternehmen genauso geht. Jetzt ist der Zeitpunkt, dass man sich über diese Dinge Gedanken macht und erste Tests und Projekte beginnt. Damit man bereit ist.

Gleichzeitig hat die Auseinandersetzung mit Voice bereits jetzt einen großen Vorteil im Bereich SEO. An dieser Stelle verweise ich auf den wunderbaren Brian Dean und seinen aktuellen Beitrag zu Voice Search auf Backlinko.

Brian Dean und sein Team haben 10.000 Google Home Voice Search Ergebnisse analysiert und ihre Auswirkungen auf SEO gemessen. Dabei haben sie eine Guideline erstellt, wie man bereits jetzt seine Webpräsenz für Voice Anfragen optimieren kann:

 

Es ist also Zeit.

Gewöhnen wir uns an Voice Assistants.

Sie werden täglich besser.

Und um eine deutsche Band zum Abschluss mit einem Zitat zu würdigen:

Sie sind gekommen um zu bleiben.